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Arten von Terrorismus 3

January 11, 2008 in Arten von Terrorismus 3

Arten von Terrorismus 3

Terrorismus als Kriegsform

Im unsachlichen Sprachgebrauch eventorientierter Medien und Politiker wird im Zusammenhang mit dem Terrorismus oft von „Krieg“ gesprochen und daraus die vom Grundgesetz eng begrenzte Einsatzmöglichkeit der Bundeswehr auch im Inneren abgeleitet.

Demgemäß sprechen einige Politikwissenschaftler vom modernen Terrorismus durchaus als von einer Form von Krieg. Elliot Cohen, AEI-Fellow und Mitglied des Defence Policy Board, Berater des Verteidigungsministers Donald Rumsfeld in Fragen der „großen Strategie“ – bekannt durch die Aussage „Der Feind in diesem Krieg ist nicht der Terrorismus […] sondern der militante Islam“ – hat schon während des Kalten Krieges vom vierten Weltkrieg gesprochen und dabei auf den sich anbahnenden Konflikt zwischen westlicher Welt und Islamismus Bezug genommen. In diesem modernen „Krieg“ hat nach Elliot Cohen der Gegner lediglich eine neue Form. Er ist „unsichtbar“ und unberechenbar; Angriffe können weltweit und unvorhergesehen erfolgen. Konventionelle Armeen können in dieser Form des Krieges nicht eingesetzt werden, da er „ohne Fronten“ verläuft und der „Gegner“ an sich nicht existiert. Allerdings sind derartige, auf einer Guerillataktik basierenden Konzepte schon seit den Kämpfen Napoleons in Spanien 1807-1814 bekannt.

Staatsterrorismus

Hauptartikel: Staatsterrorismus

Der Ausdruck Staatsterrorismus bezeichnet Gewaltakte, die gemäß internationaler Definition als terroristisch eingestuft, aber durch das Militär oder Geheimdienste eines offiziellen Staates vollzogen oder durch eine souveräne Regierung gefördert werden.

Der Begriff „Terrorismus“ ist auch hierbei umstritten. Gehen staatliche Armeen oder zumindest informell staatlich kontrollierte paramilitärische Truppen (so genannte Todesschwadrone) gegen Widerstandsbewegungen mit der oben genannten Methode des Terrors vor – vor allem, um die nicht direkt Betroffenen (Verhaftete, Verdächtige) einzuschüchtern – so spricht man immer häufiger von Staatsterrorismus.

Der Einsatz willkürlicher und terroristischer Gewalt, insbesondere der Gebrauch von Terror gegen politische Gegner, prägte zum Beispiel die Schreckensherrschaft („Le Terreur“) Robespierres in der Französischen Revolution (1793–1794) oder auch den „Roten Terror“ nach der Oktoberrevolution unter Lenin in Russland. Bei diesen beiden historischen Beispielen war der Terror eine offen vertretene und als legitimes revolutionäres Mittel von den Herrschenden propagierte Praxis, mit der sich die Sicherung von Errungenschaften der Revolution gegen die Kräfte der „Konterrevolution“ begründen ließen.

In der Moderne gelten insbesondere die nationalsozialistische Diktatur im Deutschen Reich unter Adolf Hitler von 1933 bis 1945, das faschistische Italien unter Benito Mussolini von 1922 bis 1943 sowie einige postfaschistische Regime wie beispielsweise die chilenische Militärdiktatur der 1970er und 1980er Jahre unter Augusto Pinochet als Diktaturen, die staatsterroristische Methoden zur Aufrechterhaltung ihrer Macht anwandten.

Auf der Gegenseite gelten auch verschiedene nominell kommunistische Regime als Beispiele, in denen terroristische Mittel angewandt wurden, um tatsächliche oder auch nur vermeintliche Regimegegner als „Konterrevolutionäre“ „auszuschalten“. Beispielgebend hierfür gilt insbesondere die UdSSR unter Stalin zwischen 1924 und 1953, oder die Volksrepublik China, vor allem unter Mao Zedong während der Kulturrevolution, sowie das Pol-Pot-Regime in Kambodscha in den 1970er Jahren. Gleichzeitig ist es durchaus denkbar, Menschenrechtsverletzungen wie z. B. US-amerikanische Geheimgefangenenlager sowie Kriege, unter denen vor allem Zivilisten zu leiden haben, ebenfalls als Staatsterror einzustufen.

 

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